„Bücher, Graphik, Autographen“ machten bei Venator & Hanstein am 24. und 25. März in Köln erwartungsgemäß das Rennen, auch wenn die Highlights saisonbedingt dünn gesät waren und die Moderne aufholt. Den teuersten Kauf tätigte ein Sammler aus der Schweiz, der telefonisch 42.000 Euro (Taxe 20.000 EUR) für ein nordfranzösisches Stundenbuch aus der Zeit um 1470 bot. Ein etwas früheres Stundenbuch aus Brügge konnte zum Schätzpreis von 15.000 Euro vermittelt werden. Londoner Handel genehmigte 29.000 Euro für eine französische Biblia latina aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur selben Taxe.
Die von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck 1802 herausgegeben Schriften von Novalis mit Besitzvermerk von Carl Adolph von Carlowitz, dessen Bruder mit Novalis eng befreundet war, erstand Londoner Handel mit einem Gebot über 14.000 Euro (Taxe 2.700 EUR). Eine kleine Sammlung mit Dokumenten zum Tiroler Bauernkrieg ging für Zuschläge bis 7.400 Euro an unterschiedliche neue Kunden.
Die prachtvolle „Pomona Italiana“ von Giorgio Gallesio, die als schönster Beitrag Italiens zur farbigen Aquatintaradierung gilt, blieb bei einer Taxe von 60.000 Euro liegen, obwohl ein vergleichbares Exemplar im Handel 200.000 Euro kostet. Die erste und einzige posthum erschienene Ausgabe der „Naauwkeurige Beschryving der Aardegewassen“ von Abraham Munting sollte 9.000 Euro kosten und brachte 13.000.
Die Dürer-Offerte mit 18 Blättern, vor allem Holzschnitte aus dem „Marienleben“, konnte überwiegend abgesetzt weerden, wenn auch zum Teil mit erheblichen Zugeständnissen. Am besten hielt sich die „Geburt Christi“, die zur Taxe von 9.000 Euro zugeschlagen wurde. „Joachim auf dem Felde“ hingegen erzielte lediglich 8.000 Euro (Taxe 12.000 EUR). Besser lief es bei den neun Rembrandt-Blättern, von denen acht einen neuen Besitzer fanden. Die Radierung mit dem Portrait des Kunstsammlers und Apothekers Abraham Franken zum Schätzpreis von 18.000 Euro erzielte allerdings lediglich 15.000 Euro, während die Radierung „Ecce Homo“ von 4.500 auf 8.500 Euro stieg. Unter ihren Schätzpreisen von 7.000 und 8.000 Euro landeten Canalettos zwei Dresden-Ansichten, welche 5.200 und 6.000 Euro brachten.
Der Katalog „Moderne Graphik“ blieb ohne Überraschungen, doch kann sich die losbezogene Zuschlagsquote von rund 60 Prozent sehen lassen. Das Toplos, ein Aquarell von Lesser Ury mit dem Titel „Blick in ein Tal“ fiel bei einer Taxe von 20.000 Euro allerdings ebenso durch wie Samuel Becketts „Bing“ mit Radierungen und Holzschnitten von Georg Baselitz bei 15.000 Euro.
In den niedrigeren Preisregionen gab es hingegen einige Steigerungen. So kam Eduard Bargheers typisches „Ischia“-Aquarell mit einer rückseitigen Florenz-Ansicht von 2.500 auf 3.300 Euro. Eine Kreidezeichnung Otto Muellers mit dem Portrait der „Bäuerin Pauline Brückenberg“ brachte es bei der gleichen Taxe sogar auf 4.000 Euro. Toplos wurde eine leicht reliefierte Komposition Emil Schumachers ohne Titel aus dem Jahr 1961, die 10.000 Euro einspielte (Taxe 6.000 EUR).