Neu in Nürnberg: Renaissance. Barock. Aufklärung  |  | Schausammlung „Renaissance. Barock. Aufklärung“ - Blick in den Barocksaal | |
Nach sechs Jahren Umbauphase sind ab morgen tausend Meisterwerke aus Renaissance, Barock und Aufklärung wieder im Germanischen Nationalmuseum (GNM) zu bestaunen. Dafür hat das Nürnberger Museum seine Kernsammlung und den dazu gehörigen Gebäudetrakt völlig neu konzipiert und gestaltet, ließ 33 Räume mit einer Gesamtfläche von 1.800 Quadratmetern für etwa 5,5 Millionen Euro sanieren und mit der neuesten Klima-, Licht- und Sicherheitstechnik ausstatten. Außerdem wurden die Kunstwerke aufwendig restauriert und wissenschaftlich untersucht. Nun sind die Kaiserbilder und weitere Werke Albrecht Dürers, der erste Globus der Welt von Martin Behaim, der Pilgermantel von Stephan Praun, das Schlüsselfelder Schiff, ein silberner und teilweise vergoldeter Tafelaufsatz, Rembrandts Selbstbildnis, die Charakterköpfe Franz Xaver Messerschmidts und viele weitere wertvolle Exponate von der Renaissance bis zur Aufklärung wieder zu sehen.
Mit Blick auf aktuelle Fragestellungen der Forschung ist die Ausstellung kulturhistorisch und damit gattungsübergreifend angelegt. Werke aus allen Sammlungsbereichen des Museums – dazu zählen auch Glasgemälde, Kunsthandwerk, Möbel, Musikinstrumente, Medaillen, Textilien und Schmuck – verdeutlichen die Entwicklung und Kontinuität der Kultur des deutschen Sprachraums. „In keinem anderen Museum ist es möglich, diese 300 Jahre Kulturgeschichte so umfassend zu erfahren. Es handelt sich um ein Museum im Museum“, preist Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums, die Neueinrichtung der Schausammlung. „In Hinsicht auf die moderne Präsentation und die innovative Klimatechnik ist das GNM mit dieser Ausstellung weltweit führend.“
Die Besucher erhalten nun Einblick in die vielfältigen Formen der Repräsentation und Selbstdarstellung von Adel, Geistlichkeit und Bürgertum. Ambitionierte Auftraggeber bestellten nicht nur exklusive Kleidung und Schmuck und statteten ihre Wohn- und Repräsentationsräume mit kostbaren Möbeln und Kunstwerken aus, sondern legten auch Kunst- und Wunderkammern an. Die Geschichte des Sammelns wird damit von ihren Anfängen bis zur fürstlichen Galerie des 18ten Jahrhunderts nachvollziehbar. Unter thematischen Schwerpunkten wie Reformation oder Natur und Antike, das Bildnis, die Ausbildung des Künstlers oder die Bedeutung von Entwurf und Ausführung werden die Jahrhunderte von 1500 bis zur Aufklärung lebendig.
Die neue Schausammlung „Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert“ ist ab dem 21. März für das Publikum zugänglich. Das Germanische Nationalmuseum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Die Publikation, Band 3 der Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, kostet im Museum 49 Euro, bei Versand und im Buchhandel 65 Euro.
Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
D-90402 Nürnberg
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