Wertvolles Kunstarchiv fürs Belvedere  |  | Christa Hauer-Fruhmann | |
Das Belvedere in Wien erhält das Archiv der „Galerie im Griechenbeisl“. Die Malerin Christa Hauer-Fruhmann, die am Samstag ihren 85sten Geburtstag feierte, hat die Sammlung an Dokumenten, Korrespondenzen, Fotos und Katalogen dem österreichischen Museum überlassen. Hauer-Fruhmann, die an der Kunstgewerbeschule und an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter anderen bei Fritz Wotruba studierte, gründete 1960 mit ihrem Mann, dem 1985 verstorbenen Maler Johann Fruhmann, die „Galerie im Griechenbeisl“, die in der gleichnamigen familieneigenen Gaststätte, einem wichtigen Treffpunkt der Wiener Kunstszene, angesiedelt war. Damit etablierten sie in Wien einen neuen Ausstellungsraum, der zahlreichen jungen österreichischen aber auch internationalen Künstlern die Möglichkeit zu Ausstellungen bot, und schlossen eine Lücke, die die Auflösung des Art Clubs 1959 in der Wiener Ausstellungslandschaft hinterlassen hatte.
Die Galerie, geleitet von Künstlern für Künstler, nahm das Modell der Produzentengalerie vorweg und öffnete sich den konzeptuellen Tendenzen während ihres elfjährigen Bestehens. Sie engagierten sich für die junge österreichische Skulptur, Plastik und Objektkunst und stellten etwa Arbeiten von Adolf Frohner, Martha Jungwirth, Anton Lehmden oder Karl Prantl einem größeren Publikum vor. Hauer und Fruhmann ist es zudem durch Ausstellungen von britischen, italienischen und Künstlern aus dem ehemaligen Jugoslawien gelungen, den internationalen Künstleraustausch zu fördern. Mit der Schließung der Galerie 1971 brach erneut eine wichtige Säule der zeitgenössischen österreichischen Kunst weg, teilte das Belvedere mit. Außerdem habe Christa Hauer-Fruhmann durch ihr kunstpolitisches Engagement in den 1970er und 1980er Jahren einen essentiellen Beitrag zur Emanzipation der Künstlerinnen in Österreich geleistet. Das umfangreiche Archiv der Galerie wird in das kürzlich eröffnete „Research Center“ des Belvedere integriert und soll ab Juni 2010 der kunsthistorischen Forschung zur Verfügung stehen. |