Katinka Bock in der Stuttgarter „Frischzellen“-Reihe Katina Bock richtet ihr künstlerisches Schaffen häufig auf die Gegebenheiten des Ausstellungsortes aus. Dafür begibt sich die 1976 in Frankfurt am Main geborene Künstlerin, die heute in Paris und Berlin lebt, zunächst auf Spurensuche und setzt sich in ihren Skulpturen, Filmen und Installationen mit der Geschichte der Orte auseinander, so auch im Kunstmuseum Stuttgart, wo die an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee ausgebildete Bildhauerin eine mehrteilige Werkanordnung verwirklicht hat. Anhand von zehn Skulpturen aus natürlichen Materialien wie Ton, Papier, Holz, Metall und Stein stellt Bock innerhalb der Ausstellungsreihe junger Kunst „Frischzelle“ Bezüge zur Museumsarchitektur her und schafft Verbindungen zum künstlerischen Umfeld. Zudem sind eine Videoarbeit und eine neue Diaprojektion der Marion-Ermer-Preisträgerin des Jahres 2002 zu sehen.
Katinka Bock macht in ihren Arbeiten den Wandel deutlich, dem sich der Ausstellungsraum unter dem Kleinen Schlossplatz im Laufe der Zeit unterzogen hat. Dort, wo heute Kunstwerke zu sehen sind, strömte zwischen 1969 und 1978 der Verkehr. Eingebrannte Reifenspuren eines Autos, das die Künstlerin im Nachbartunnel des Museums über eine Tonrolle fahren ließ, sind in der Skulptur „Before Detroit“ umgesetzt. Eine Hommage an die Zeit, als sich die Skater- und Sprayerszene am Schlossplatz versammelte, ist die ebenfalls in diesem Jahr entstandene Plastik „Zuwendung“: an der über acht Meter hohen Wand, die die zwei Ausstellungsebenen im Sammlungsbereich miteinander verbindet, befestigt Katinka Bock auf dreieinhalb Meter Höhe ein Brett, von dem die maßstabsgetreue Fotografie eines Graffitos hängt, das noch heute im Heizungsraum des Kunstmuseums erhalten ist. Die Bildseite zeigt sich jedoch nicht wie erwartet dem Betrachter, sondern ist gegen die Wand gekehrt und nur durch den Spalt zwischen Papier und Mauer erkennbar. Neben der Geschichte befasst sich Bock auch mit der Architektur des Ortes, etwa in der Skulptur „La hauteure est complexe“, einer zwischen Boden und Decke angebrachten Teleskopstange, die die Dimension des musealen Raums sichtbar macht.
Die Ausstellung „Frischzelle_12: Katinka Bock“ ist bis zum 6. Juni zu sehen. Das Kunstmuseum Stuttgart hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Es erscheint ein Katalogheft zum Preis von 5 Euro.
Kunstmuseum Stuttgart
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