Zypern in Hildesheim  |  | Aphrodite, Paphos, 1. Jahrhundert vor Christus | |
„Preisen will ich Aphrodite, die Goldbekränzte, deren Reich das meerumschlungene Zypern ist“. Die antike Mythologie kennt die Insel im östlichen Mittelmeer als jenen sagenumwobenen Geburtsort der Venus, die an ihrer Küste einer Muschel entstiegen sei. „Zypern – wo die Götter Urlaub machen“ drückt die Werbung den Rang des Meerländchens etwas profaner aus. Beide Seiten haben ihre Berechtigung. Ersteres, weil Zypern für Geschichte und Kunst als ein Schnittpunkt zwischen der westlich-europäischen, der südlich-afrikanischen und der östlich-asiatischen Welt eine bedeutende Rolle spielte. Als Knotenpunkt zwischen Orient und Okzident sowie aufgrund seiner Rohstoffe zog der Ort seit jeher Siedler und Eroberer an. Letzteres, weil gerade in unseren Tagen Millionen von Touristen alljährlich auf die Insel strömen und sich in mediterraner Sonne baden. Doch nur wenige wissen, dass sie nicht nur von unvergleichlicher landschaftlicher Schönheit, sondern auch eine archäologische Schatzkammer ist.
Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Zypern und der deutschen Bundeskanzlerin und rechtzeitig zum 50sten Jahrestag der Gründung der Republik Zypern präsentiert das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim ab diesem Wochenende in einer europaweit einzigartigen Schau die reichen Schätze dieser Insel und macht mit über zweihundert Exponaten auf Zyperns Rolle als Wiege der europäischen Kultur aufmerksam. Aufgrund seiner geografisch zentralen Lage blickt das Land auf eine rund zehntausendjährige Geschichte zurück. Schon die Ägypter, die Phönizier, dann die Griechen hinterließen hier ihre Spuren. Im Mittelalter weitgehend in einen Dornröschenschlaf verwandelt, setzten erst um 1800 einzelne Forschungsreisende und Sammler zaghaft ihre Füße auf die Insel und begannen, ihre Bedeutung als Hort von Kunst und Kultur zu erkennen.
Gegen Ende des 19ten Jahrhunderts aber machten sich gleich mehrere, in ihren Absichten mitunter freilich zweifelhafte Forscher auf die Suche nach spektakulären Kunstwerken. Ein Ertrag waren etwa die aufsehenerregenden Funde einer schwedischen Forschergruppe im Jahr 1929. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Erkundungen führten 1935 zur Gründung des Cyprus Department of Antiquities, dem zahlreiche bedeutende Neufunde sowie die Erhaltung vieler archäologischer Stätten auf Zypern zu verdanken sind. Einen weiteren Aufschwung der zyprischen Archäologie brachte das Jahr 1960 mit der Unabhängigkeit Zyperns und dem verstärkten Interesse des neuen Staates an der eigenen kulturellen Vergangenheit. Die Archäologie Zyperns führt deshalb heute kein Nischendasein mehr, sondern ist international etabliert.
Die Ausstellung „Zypern – Insel der Aphrodite“ läuft vom 13. März den ganzen Sommer über bis zum 12. September. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Dienstags bis freitags beträgt der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, am Wochenende erhöhen sich die Preise jeweils um 2 Euro. Die Familienkarte kostet 20 Euro.
Roemer- und Pelizaeus-Museum
Am Steine 1-2
D-31134 Hildesheim
Telefon: +49 (0)5121 – 936 90
Telefax: +49 (0)5121 – 352 83 |