Karl Oppermann in Potsdam Karl Oppermann widmet sich einem jeden Menschen nahe liegenden Thema: der Heimat. Der Maler und Grafiker, der in diesem Jahr seinen 80sten Geburtstag feiert, stellt im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte seit dem Wochenende eine Auswahl „preußischer Ansichten“ aus. Gezeigt werden in Potsdam etwa 28 Gemälde und 20 Grafiken aus dem Besitz des Künstlers sowie von öffentlichen und privaten Leihgebern. Intensiv beschäftigte sich Oppermann insbesondere während der 1960er Jahre mit Landschaft und Leben der geteilten Hauptstadt und ihrer Umgebung. Die Gegenwart der Ruinen des friderizianischen Zeitalters, die jahrzehntelang das Gesicht der Stadt prägten, und der Leerflächen des wilhelminischen Berlins vor seinem Atelierfenster am Bundesratsufer inspirierten ihn zu Bildern voller Anspielungen auf die preußisch-deutsche Geschichte der alten Reichshauptstadt wie auch auf die Realität der geteilten Nachkriegswelt. Das Thema Preußen ließ Karl Oppermann auch in den folgenden Jahrzehnten bis über die Wiedervereinigung 1989/90 hinaus nicht los und zieht sich wie ein roter Faden durch die unterschiedlichen Werkphasen. Anachronistische oder revisionistische Züge braucht man bei Oppermann allerdings nicht zu befürchten. „Preuße aus Neigung und Preußengegner aus Enttäuschung“ – so beschreibt er sein gesundes Verhältnis zu seiner Heimat.
Geboren 1930 in Wernigerode im Harz, absolvierte Oppermann in den 1950er Jahren ein Studium der Kunsterziehung und der freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Er lebte fortan im Westen der Hauptstadt. 1959 fand seine erste Einzelausstellung in der Galerie Rosen statt. 1971 bis 1996 wirkte er als Professor für freie Malerei an der Hochschule, der heutigen Universität der Künste in Berlin. Eines seiner Ateliers besitzt Oppermann heute nahe seiner Heimatstadt, in Veckenstedt im Nordharz. Zu bestimmten Zeiten jedoch zog und zieht er noch immer dem rauen Klima Mitteldeutschlands die lieblichen Gefilde des Südens vor: Zwischen 1970 und 1985 unterhielt er ein Atelier auf der Insel Elba, und seit 1989 arbeitet er regelmäßig im spanischen Barcelona. 2003 wurde er mit dem Kunstpreis Wernigerode ausgezeichnet.
Die Ausstellung „Heimat, süße Heimat. Preußische Ansichten von Karl Oppermann: Malerei und Grafik“ läuft bis zum 18. April. Geöffnet ist das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, am Samstag und Sonntag zusätzlich bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte – Kutschstall
Am Neuen Markt
D-14467 Potsdam
Telefon: +49 (0)331 – 620 85 50
Telefax: +49 (0)331 – 620 85 59 |