Hasselblad-Preis für Sophie Calle  |  | Sophie Calle | |
Eigentlich arbeitet Sophie Calle als Konzeptkünstlerin. Doch nun hat die „Hasselblad Foundation“ in Göteborg der 56jährigen Französin ihren mit 1 Million Kronen hochdotierten Fotopreis zugesprochen. Ihr Werk, das Fotografie, Textdokument, Rauminstallation, Fantasie und Methoden des Secret Service miteinander verbindet, sei „bahnbrechend sowie durch und durch originell“, ließ die Jury verlauten. Weiter führt sie aus: „Für mehr als drei Jahrzehnte hat Sophie Calle die Beziehungen zwischen Text und Fotografie, Privatem und Öffentlichem, Wahrheit und Fiktion hinterfragt und herausgefordert. Ihr konzeptuell angelegtes Schaffen schildert die menschliche Verletzbarkeit und behandelt die Beziehungen zwischen Individualität und Intimität genauso wie die Konstruktion einer offiziellen Geschichte. … Ihr Beitrag zur Gattung Fotografie hat jüngere Künstlergenerationen beeinflusst.“
Die „Erna und Victor Hasselblad Stiftung“ wurde 1979 nach dem testamentarischen Willen des gleichnamigen schwedischen Kameraherstellers ins Leben gerufen. Ziel der Stiftung ist die Förderung der wissenschaftlichen Lehre und Forschung in den Naturwissenschaften und der Fotografie. Internationale Aufmerksamkeit erlangte ihr „Hasselblad Foundation International Award in Photography“, der seit 1980 vergeben wird. Zum 30jährigen Jubiläum wurde diesmal das Preisgeld von 500.000 Kronen auf 1 Million Kronen, umgerechnet rund 100.000 Euro, erhöht. Die Auszeichnung, verbunden mit einer Ausstellung, erhält Sophie Calle am 30. Oktober in Göteborg. Damit gesellt sie sich zu einer Schar illustrer Preisträger, etwa Ansel Adams, Bernd und Hilla Becher, Edouard Boubat, Lee Friedlander, David Goldblatt, Nan Goldin, Graciela Iturbide, Sune Jonsson, Josef Koudelka, Sebastião Salgado, Cindy Sherman, Jeff Wall oder im vergangenen Jahr Robert Adams. |