Albert Müller in Basel  |  | Albert Müller, Grosse Tessiner Landschaft, 1925 | |
Unter den bedeutendsten Expressionisten ist er ein wenig untergegangen. Doch als ein wichtiger Vertreter der Schweizer Variante hat Albert Müller auch heute noch – nicht zuletzt auf dem internationalen Auktionsmarkt – eine beachtliche und auch vor hohen Investitionen nicht zurückscheuende Käuferschaft. Sein Leben währte kurz; 1897 in Basel geboren, verstarb er gerade einmal 29 Jahre später 1926 im Schweizer Obino. Weniger durch seine nicht sehr zahlreichen Ölgemälde als vielmehr durch ein umfassendes zeichnerisches und druckgrafisches Werk hat er einen wichtigen Beitrag zur Kunst der späten 1910er und 1920er Jahre geleistet. Sein künstlerisches Œuvre ist von verschiedenen Erfahrungen geprägt. Seine Ausbildung erhielt er zunächst in einem Glasmaleratelier, dann an der Allgemeinen Gewerbeschule seiner Geburtsstadt. Unter dem Eindruck von Cuno Amiet wandte er sich aber schon bald mit leuchtenden Farbflächen gegen die dunkeltonige Manier der etablierten lokalen Maler.
Seine Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen der Kunst führte ihn zu Louis René Moilliet und Edvard Munch und schließlich auch zu einer künstlerischen wie persönlichen Begegnung 1923 mit Ernst Ludwig Kirchner, dem er bis zu seinem Lebensende drei Jahre später freundschaftlich verbunden bleiben sollte. In rascher Folge schuf Albert Müller Landschaftsbilder und Variationen zum Thema der menschlichen Figur, wobei immer wieder die eigene Familie als Modell diente. Es entstanden zahlreiche mit energischem Strich gezeichnete und in kräftigen Tönen komponierte Skizzen, Aquarelle und Gemälde sowie eine Reihe meist farbig gefasster, bewusst grob geschnitzter Holzskulpturen. Eine wichtige Rolle spielte die Druckgrafik in Form kontrastreicher Holzschnitte und Radierungen, bei denen Müller nicht selten mittels Aquatinta und Pinselätzung das ganze Repertoire an Graustufen ausschöpfte.
Aus dem Nachlass des Frühverstorbenen erwarb das Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel bereits 1929 eine größere Anzahl von Zeichnungen und Druckgrafiken. Dieser Bestand erfuhr durch Ankäufe und Schenkungen seither wesentlichen Zuwachs. Ergänzt um Gemälde und Skulpturen zeigt das Kunstmuseum nun eine Ausstellung des Künstlers, die einen repräsentativen Überblick zu seinem Schaffen bietet.
Die Ausstellung „Albert Müller. Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen“ läuft bis zum 9. Mai. Das Kunstmuseum Basel hat täglich außer montags von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Franken, reduziert 4 Franken.
Kunstmuseum Basel
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