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Selbstbildnis an der Ostsee / Ernst Hassebrauk

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Doppelschau in Berlin und Nürnberg unter dem Zeichen der Burg

Wer neigt während der Sommerferien nicht dazu, im Rahmen von Burgenbesichtigungen kindliche Vorlieben zu befriedigen? Heuer ergibt sich begünstigt durch perfektes Timing zudem die Chance, neben realen Objekten auch die bislang größte Ausstellung zum Thema Burgen zu besuchen. Das Ausstellungsduo in Nürnberg und Berlin widmet sich mit neuesten Forschungsergebnissen unterschiedlichsten Aspekten dieser faszinierenden architektonischen Erscheinung. In Blickweite der Nürnberger Kaiserburg führt das Germanische Nationalmuseum am Beispiel von rund 650 Exponaten die Kulturgeschichte der Burg von ihren Anfängen im beginnenden Mittelalter bis zur Gegenwart vor Augen. Modelle und originale Bauteile verdeutlichen einzelne Typen des befestigten Aufenthaltsortes als Symbiose von Ästhetik, Technik und Landmarke.



In acht Segmenten wird die mythologische Rezeption des Schutz-, Herrschafts- sowie historisch-dynastischen Identifikationsortes in Kunst und Literatur am Beispiel von Handschriften oder kunstgewerblichen Objekten betont. Der Besucher begegnet dem Götzen von Berlichingen, der Gralsburg im „Parzival“ oder der sagenhaften Tafelrunde von König Artus. Erlesene Kunstschätze wie das um 1350 datierte Ritteraquamanile aus dem New Yorker Metropolitan Museum, die Weltchronik des Rudolf von Ems aus der Zeit um 1300 aus der Kantonsbibliothek von St. Gallen bis hin zum längsten Rheinpanorama der Welt mit zahlreichen Burgen aus dem Jahr 1833 sind hier versammelt. Die bereits im Mittelalter begonnene sinnbildliche Verklärung der Burg lässt den Bautyp auch nach Aufkommen schwerer Feuerwaffen um 1500 in der Form teils grandioser Fantasie- und Wiederaufbauten weiterleben. Die Löwenburg in Kassel-Wilhelmshöhe, Schloss Stolzenfels am Rhein oder Schloss Neuschwanstein von Ludwig II. samt seiner Nachbildungen bei Walt Disney sind hierfür herausragende Beispiele wie negativ besetzt die „Ordensburgen“ als Tarnung für Schulungszentren des Dritten Reichs.

Die Burg als Zentrum politischer und wirtschaftlicher Macht steht naheliegender Weise im Deutschen Historischen Museum in Berlin im Mittelpunkt. Die Funktionen der Burg als stark von Gegensätzen geprägter Ort höfischen Lebens zwischen Verteidigung, Kapelle und Stube, ihre Bewohner, ihre militärischen Aufgaben sowie Verwaltungsaufgaben kommen hier auf über 1.000 Quadratmetern zur Sprache.

Die Ausstellung „Mythos Burg“ im Germanischen Nationalmuseum ist noch bis zum 7. November, der unter dem Titel „Burg und Herrschaft“ ausgerichtete Teil im Deutschen Historischen Museum noch bis zum 24. Oktober zu besichtigen. In Nürnberg ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr geöffnet, in Berlin täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt in Nürnberg 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, in Berlin 5 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben hier freien Zugang. Zu beiden Ausstellungsteilen sind Kataloge erschienen. Der Nürnberger kostet 25 Euro, der Berliner 20 Euro. Zusätzlich ist noch ein Tagungsband für 25 Euro erhältlich.

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
D-90402 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 13 31 0
Telefax: +49 (0)911 – 13 31 200

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
D-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 20 30 40
Telefax: +49 (0)30 – 20 30 45 43


27.07.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Helmut Stallaerts, Es spukt, 2005

Helmut Stallaerts, Es spukt, 2005

Säen und jäten in Bietigheim-Bissingen

Seit dem Wochenende nimmt die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen in der Ausstellung „Säen und Ernten“ die Volkskultur in der zeitgenössischen Kunst unter die Lupe. Dazu präsentiert sie Arbeiten von 23 Künstlern und deren Vorstellungen von einem Phänomen, das mal Höhen und mal Tiefen erlebt, auch unter dem Eindruck der Globalisierung nie ganz verschwindet, ja gerade jetzt sogar einen neuen Aufschwung zu erleben scheint: Ausgebuchte Jodelkurse, steigende Dirndlquoten, Fernsehshows wie „Bauer sucht Frau“ oder nicht zuletzt die stets zunehmende Frequenz von Volksfesten wie dem Münchner Oktoberfest lassen die vermehrte Nachfrage nach Mustern der Identifikation und des festen Halts in einer offenbar mehr und mehr egalisierten Welt vermuten. Größen der Gegenwartskunst wie Andreas Slominski, Anselm Reyle oder Gert und Uwe Tobias stehen neben eher unbekannten Künstler wie Monika Nuber, Britta Jonas, Michael Munding, Gabriela Oberkofler oder Kristof Georgen.



Reyles „Pflug“ von 2007 ist beispielsweise ein Kommentar auf die Veredelung historischer Arbeitsinstrumente durch die museologische Erschließung, zugleich jedoch auf ihre Unbrauchbarkeit, die unweigerlich damit einhergeht. Gelegentlich geht es witzig zu wie bei Helmut Stallaerts zotteligem Urviech mit Hirschgeweih „Es spukt“, das sich 2005 in den Aufzug einer modernen Hochhausarchitektur verirrt hat, gelegentlich wird auch ein Rückblick auf den Urzustand aller menschlichen Kultur gewagt, der darauf aufmerksam macht, dass sich alle künstlerische Tätigkeit einem innewohnenden menschlichen Bedürfnis verdankt und erst im zweiten Schritt einen individuellen Ausdruck annimmt. Entlehnt ist der Titel der Ausstellung dem bekannten Werk Joseph Beuys’, der die Volkskultur seinerseits als Träger einer „ursprünglichen Ausdruckskraft“ bezeichnete und unter seinem Credo der Allgegenwart von Kunst naturgemäß auch das Volkstümliche begreifen musste.

Die Ausstellung „Säen und Jäten. Volkskultur in der zeitgenössischen Kunst“ läuft bis zum 10. Oktober. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen hat dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr und an den Wochenenden von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Der Katalog kostet 24 Euro.

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60-64
D-74321 Bietigheim-Bissingen

Telefon: +49 (0)7142 – 74 483
Telefax: +49 (0)7142 – 74 446


27.07.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Franz Marc, Gelber Löwe, blaue Füchse, blaues Pferd, 1914

Franz Marc, Gelber Löwe, blaue Füchse, blaues Pferd, 1914

Franz Marc Museum begrüßt seinen 200.000sten Besucher

Gut zwei Jahre ist das Franz Marc Museum alt. Seit der Neueröffnung im Juni 2008 haben nun 200.000 Menschen das Museum im oberbayrischen Kochel am See besucht. Als Ehrengast begrüßte Museumsdirektorin Cathrin Klingsöhr-Leroy in der vergangenen Woche ein Ehepaar aus Karlsruhe, das derzeit in Bayern Urlaub macht und überrascht und erfreut die Glückwünsche samt Blumenstrauß und Sammlungskatalog entgegen nahm. Die Eheleute waren auch von der aktuellen Sonderausstellung „Franz Marc – Paul Klee. Dialog in Bildern“ angetan. In rund 100 Gemälden, Postkarten und Arbeiten auf Papier fokussiert die Schau die Freundschaft der beiden Künstler im Vorfeld des Ersten Weltkrieges von 1912 bis 1916 und zeichnet die verschiedenen Etappen der gegenseitigen Beeinflussung nach. In vier Jahren schufen Franz Marc, der im Ersten Weltkrieg sein Leben ließ, und Paul Klee eindrucksvolle Beispiele einer sich gegenseitig inspirierenden Künstlerfreundschaft. So war ihr lebhafter Austausch über künstlerische und organisatorische Fragen von zauberhaften Illustrationen begleitet, mit denen vor allem Marc seine Karten schmückte. Auf sie antwortet Klee mit improvisiert bis spontan wirkenden kleinen Zeichnungen im „Krakelstil“.



Die Ausstellung „Franz Marc – Paul Klee. Dialog in Bildern“ ist noch bis zum 3. Oktober zu sehen. Das Franz Marc Museum hat täglich außer montags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro bzw. 3,50 Euro. Der Katalog kostet im Museum 29 Euro.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
D-82431 Kochel am See

Telefon: +49 (0)8851 – 92 48 80
Telefax: +49 (0)8851 – 92 48 815


27.07.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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