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Paul Schwer in Singen

Einen ungewöhnlichen Berufsweg nahm der 1951 in Hornberg im Schwarzwald geborene Paul Schwer. Zunächst studierte er Medizin und praktizierte einige Jahre hindurch als Arzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dann erst studierte er von 1981 bis 1988 an der Kunstakademie Düsseldorf, davon die letzten zwei Jahre als Meisterschüler bei Erwin Heerich. Sein Aufstieg in der Szene erfolgte vor allem in den vergangenen zehn Jahren mit Ausstellungen bei diversen Kunstvereinen, darunter im vergangenen Jahr Oberhausen und Augsburg, sowie in einigen öffentlichen Institutionen wie im Jahr 2000 im Kunsthaus Essen, 2003 im Palais für aktuelle Kunst Glückstadt, 2008 im Schloss Moyland und 2009 in der Kunsthalle Bremerhaven. Was macht die Werke dieses künstlerischen Spätzünders so attraktiv?



Eine Antwort auf diese Frage versucht jetzt das Städtische Kunstmuseum Singen durch die Präsentation einer Auswahl seines Schaffens. Den Besucher begrüßt dort vor allem ein Meister der schillernden Ästhetik. Paul Schwers künstlerisches Credo besteht in der Entfaltung von Farbe, farbigem Material und Licht im Raum. Unter Auflösung der strengen Abgrenzungen zwischen den Gattungen Malerei, Skulptur, Objekt und Installation lädt er den Betrachter zu visuell sinnlichen Erfahrungen ein. Seine installativen Raumchoreografien aus Kombinationen von Gemälden, Grafiken, skulpturalen Objekten, Lichtinstallationen und unmittelbaren Wandgestaltungen verwandeln den Ort ihrer Präsentation in ein verwirrendes Spiel aus Farbe und Licht.

Die Ausstellung „Paul Schwer – Orion. Installation, Plastik, Malerei“ läuft bis zum 6. Juni. Das Städtische Kunstmuseum Singen hat dienstags von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Der Katalog kostet 19,50 Euro.

Städtisches Kunstmuseum Singen
Ekkehardstraße 10
D-78224 Singen

Telefon: +49 (0)7731 – 85 271
Telefon: +49 (0)7731 – 85 373


09.03.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Martin Kippenberger, Dinosaurierei, 1996

Martin Kippenberger, Dinosaurierei, 1996

Kippenberger und Stuyvesant erfolgreich in Amsterdam

Mit geschlossenen Privatsammlungen, deren Werke lange nicht mehr auf dem Kunstmarkt zu sehen waren, haben die Auktionshäuser meist Glück, sei es im vergangenen Jahr mit dem fulminanten Verkauf der „Collection Yves Saint Laurent“ in Paris, sei es erst im Februar mit der ZERO-Sammlung Lenz Schönberg in London. Nun konnte Sotheby’s in Amsterdam mit der „Peter Stuyvesant Collection“ punkten. Mehr als 500 Käufer aus allen Erdteilen hatten sich für die Auktion registrieren lassen, nur vier der 161 Lose blieben liegen, und die Einnahmen überstiegen mit knapp 13,6 Millionen Euro die Schätzung von 4,3 bis 6,3 Millionen Euro um mehr als das Doppelte – immerhin der höchste Umsatz einer einzelnen Auktion in den Niederlanden. Zum Auktionsstar wurde Martin Kippenbergers „Dinosaurierei“ aus dem Jahr 1996. Das Ölgemälde aus der Reihe der „Eierbilder“, mit denen sich Kippenberger ironisch als Antwort auf Warhols Banane seit 1981 beschäftigte, kam auf 900.000 Euro, mit Aufgeld auf 1,072 Millionen Euro. Angeregt wurde er zum Themenkreis Dinosaurier durch Steven Spielbergs Kinohit „Jurassic Park“ (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).



Die „Peter Stuyvesant Collection“ rief Alexander Orlow, der damalige Direktor der „Turmac Tobacco Company“, ins Leben. 1960 lud er 13 Künstler aus verschiedenen europäischen Ländern ein, für die Werkshallen der Zigarettenfabrik in Zevenaar an der deutsch-niederländischen Grenze neue Bilder zu malen und so „zur Verbesserung der Arbeitsfreude“ beizutragen. Daraus entstand in Laufe der Jahre eine umfangreiche Sammlung mit rund 1700 Werken, die sich auf abstrakte Arbeiten der Konkreten Kunst, des Tachismus, der ZERO-Gruppe, der Op-Art, aber auch auf die kindlich-naive Malerei der Künstlergruppe CoBrA oder die fröhliche Objektkunst der Nouveaux Réalistes konzentrierte. So finden sich in der Top Ten-Liste etwa noch Karel Appels wilde „Tête Tragique“ von 1961 für 410.000 Euro (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR), Simon Hantaïs blätterartige blaue Abstraktion „M.C.2 (mariale)“ von 1962 für 400.000 Euro oder Jan Schoonhovens rasterartige Verweißung „Kwadratenreliëf met Diagonalen“ von 1968 für 380.000 Euro (Taxe je 100.000 bis 150.000 EUR).

Neben Günther Ueckers schwereloser Nagelung „Großer Schnee“ von 1970 für 280.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), François Morellets Allover-Gemälde „2 Trames de Tirets 0° 90°“ von 1972 für 360.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Victor Vasarelys Quadratkreiskombination „ZETT – RG“ von 1966 für 115.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) oder Armans Farbtubenbogen von 1967 für 90.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) wurde in Zevenaar bis in die Gegenwart gesammelt. So ging jetzt Anton Hennings farbenfrohes „Interior No. 95“ von 2001 zur oberen Schätzung von 40.000 Euro weg, Albert Oehlens wilde Abstraktion „Eine prähistorische Hand II“ von 1996 für 130.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und Erik Bulatovs Verfolgungsbild „Jumping“ von 1994 für 260.000 Euro (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Nachdem der Tabakriese „British American Tobacco“ 2000 seinen niederländischen Konkurrenten übernommen hatte, schloss der neue Eigentümer 2008 die Fabrik in Zevenaar und lässt nun zum Missfallen vieler niederländischer Privatsammlern und Museumsdirektoren die reiche Kunstsammlung nun veräußern.


09.03.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Günther Förg, mostly landscapes, 2009

Günther Förg, mostly landscapes, 2009

Günther Förg in Bad Homburg

Günther Förg kann auch anders: Bekannt geworden vornehmlich durch seine strengen, an die amerikanische Farbfeldmalerei des abstraktes Expressionismus erinnernden monochromen Flächengestaltungen, präsentiert sich der Maler und Bildhauer in seiner aktuellen Ausstellung in der Altana Kulturstiftung in Bad Homburg eher von seiner lockeren Seite. Zu sehen sind dort rund hundert atelierfrische und bisher noch nicht öffentlich ausgestellte Arbeiten in unterschiedlichen Techniken: übermalte Monotypien, Tuschzeichnungen, Pastelle, Aquarelle und ein Gemälde. Abstrakt sind auch diese Bilder. Doch sie tragen einen erheblich leichteren Charakter als seine früheren Werke. Die Farben sind aufgehellt, vermeintliche Ungenauigkeiten und eine gewisse Flüchtigkeit in der Ausführung erzeugen eine neue Spannung und einen spielerischen Umgang in diesen Kompositionen, die an Notationen einer Melodie aus Harmonie und Dissonanz erinnern. Zugleich lassen sie an landschaftliche oder florale Motive denken, die Tusche-Serie „Mostly Landscapes“ schreit geradezu nach derartigen Assoziationen. Doch bleibt bei Förg das Thema der Stofflichkeit von Material und Farbe jenseits aller gegenständlichen Vorlagen der Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens.



Die Ausstellung „Günther Förg. Aufbruch der Farben“ läuft bis zum 30. Mai in der Altana Kulturstiftung. Geöffnet ist dienstags von 14 bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags zwischen 14 und 19 Uhr, samstags und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit 24 vierfarbigen, ganzseitigen, bisher unveröffentlichten Abbildungen aus der Serie „mostly landscapes“ und Gedichten aus dem Lyrikband „Grund zu Schafen“ der Autorin Marion Poschmann. Sie ist für 14 Euro an der Museumskasse erhältlich.

Altana Kulturstiftung im Sinclair-Haus
Löwengasse 15
D-61348 Bad Homburg v. d. Höhe

Telefon: +49 (0)6172 – 17 12 120
Telefax: +49 (0)6172 – 17 12 130


09.03.2010

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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News vom 09.03.2010

Paul Schwer in Singen

Kippenberger und Stuyvesant erfolgreich in Amsterdam

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Günther Förg in Bad Homburg

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