Das Kunsthandwerk bei Lemperz wird am 14. November bestimmt von der Sammlung Bernheimer. Der Kunstliebhaber trennt sich unter anderem von kostbaren Möbeln des 18. Jahrhunderts, die die Toplose dieses Tages bilden. Ein ovaler Schrib- und Nähtisch von David Roentgen soll 130.000 bis 150.000 Euro bringen. Noch teurer soll eine üppig floral marketierte, um 1770 entstandene zweischübige Commode Transition mit rechteckiger Kastenform, vorspringendem Mittelfeld und geschweiften Beinen werden, die auf 200.000 bis 250.000 Euro taxiert ist. Zwei zierliche venezianische Konsoltische mit polychromer Fassung und Vergoldung sind auf 150.000 bis 180.000 Euro geschätzt. Bernheimer kann aber auch wuchtiger: Ein monumentaler Braunschweiger Fassadenschrank, um 1720/30, mit Fama und Justitia als Elfenbeinlagen in den Bastionsfüllungen (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) soll seine Sammlung ebenso verlassen, wie ein oberitalienischer Cassone des 17. Jahrhunderts (Taxe 30.000 bis 40.000 Euro).
Ein etwas kurioses Los aus der Kollektion des Münchener Händlers sind zwei Tableaus mit Muschelreliefs, die sich um und über Landschaftsdarstellungen ausbreiten. Auf dem Rahmenwerk sind plastisch gearbeitete Figuren von Landvolk gebracht, die zusammen mit der Hintergrundsfolie des Gemäldes Genredarstellungen ergeben. Angefertigt wurden die ungewöhnlichen Gegenstücke, die auf 120.000 bis 150.000 Euro taxiert sind, um 1775-80 von dem Potsdamer Johann Mathias Janson. Eine mythologische Szene hingegen ist Gegenstand eines großen Bildteppichs des späten 16. Jahrhunderts aus Oudenaarde, der durch seine Farbvielfalt beeindruckt (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).
Ein weiteres gewichtiges Stück Bernheimers ist ein norditalienisches Brunnenbecken aus gelbem sienischen Marmor (Taxe 40.000 EUR). Eine mannshohe elektrifizierte Applique aus vergoldeter Bronze und dunkelblauem Email dürfte mit der Provenienz Bernheimer und Ludwig II. bei einem Schätzpreis von 40.000 bis 50.000 Euro etwas für Fans sein. Eines der wenigen Toplose anderer Herkunft ist eine Louis XVI Pendule in Portikusform aus feuervergoldeter Bronze mit Porzellanplaques, für die 50.000 bis 60.000 Euro erwartet werden.
Beim Porzellan dominieren im unteren und mittleren Preisbereich Objekte aus der Sammlung Vetter. Rar ist eine Deckelterrine in Form eines Kohlkopfes von Paul Anton Hannong aus den Jahren 1745-54. Von ihr sind lediglich drei weitere Exemplare bekannt (Taxe 24.000 bis 26.000 EUR). Frühes Meißen begegnet in Form eines Bechers mit Chinesenszenen, dessen konische Form über dem ausgestellten Fußbereich mit Kraußlaubrelief umlegt ist und dessen Lippenrand von iner unterlegten Lotusbordüre geschmückt ist (Taxe 25.00 bis 30.000 EUR). Wiederum von Bernheimer stammt ein italienischer Majolika-Deckelpokal mit der umlaufenden Darstellung der Weissagung der Tiburtinischen Sybille (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).