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Ausstellungen

Corinne Wasmuht in der Kunsthalle Nürnberg

Riesig, funkelnd, traumhaft schön

Corinne Wasmuht, Siempre es hoy, 2007

Am Anfang steht ein kleines Bild. Eine Collage zumeist, aus verschiedenen Bildschnipseln – Zeitungsartikeln, Fotografien, Grafiken oder Texten –, in jüngerer Zeit auch per Computer zusammengesetzt. Auf Basis dieser kleinen Fragmente entsteht schließlich ein großes, geschlossenes Bild. Langsam allerdings, sehr langsam: Nur drei, vier, manchmal ...mehr

10.03.2010

Michael Conrads im Kunstverein Göttingen

Ornamentale Variationen

Michael Conrads, We love painting IV, 2009

Dass die Ausstellung „Paint“ im Kunstverein Göttingen überhaupt zum vorgesehenen Zeitpunkt stattfinden konnte, war wenige Tage vor der Eröffnung plötzlich unsicher geworden. Als Michael Conrads mit einem Transporter auf der Autobahn unterwegs war, um die Gemälde und Skulpturen nach Göttingen zu bringen, geriet er bei winterlichen Straßenverhältnissen mit dem Wagen ins Schleudern. Der Kleintransporter rutschte von der Fahrbahn und überschlug sich: Totalschaden. Michael Conrads kam bis auf ein paar Schrammen zum Glück unbeschadet davon. Auch die meisten Arbeiten haben die ungeplante Schleuderpartie heil überstanden. Kleine Ausbesserungen und Restaurierungen sollten später ein Übriges tun. Letztendlich – und das ist typisch für die Arbeitsweise des Hamburger Künstlers – nahm er diesen ungeplanten Zwischenfall auf der Autobahn zum Anlass, eine neue Arbeit zu schaffen, die er dann kurzerhand in seine Ausstellung integriert hat. ...mehr

05.03.2010

Nach 27 Jahren zeigt die Darmstädter Mathildenhöhe am Originalschauplatz erneut eine Retrospektive ihres großen Architekten und Designers Joseph Maria Olbrich

Auf dem Weg zu schlichten Materialien und klaren Formen

Joseph Maria Olbrich, Hochzeitsturm, 1908

Anfang und Ende des Werkschaffens von Joseph Maria Olbrich sind zwei Marksteine der Architekturgeschichte. Das Ausstellungsgebäude der Wiener Secession aus dem Jahr 1898 gilt heute als eines der Wahrzeichen der Donaumetropole. Auf einer verkehrsumtobten Ringstraßeninsel verkörpert der erste „White Cube“ der modernen Ausstellungsarchitektur mit der weithin sichtbaren vergoldeten Blätterkuppel ein demonstratives Symbol freien Künstlertums. Das für maximal zehn Jahre konzipierte Provisorium entwarf Olbrich ebenso ohne Honorar wie Darmstadts Stadtkrone Mathildenhöhe. Anlässlich der 1908 abgehaltenen Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst entstand auf dem städtischen Wasserreservoire aus dem Jahr 1890 ein Ensemble aus Ausstellungshallen samt 50 Meter hohem Hochzeitsturm. Dieses seitdem die Stadtsilhouette beherrschende Ensemble ist das größte Exponat der Retrospektive, mit der das Institut Mathildenhöhe derzeit seinen Schöpfer ehrt. ...mehr

05.03.2010

Der Modezeichner Gerd Grimm wird im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe mit einer kleinen, aber feinen Übersichtsausstellung gewürdigt

Die elegante Linie

Gerd Grimm, Titelentwurf für „Die neue Linie“, 1933

Seine Biografie ist geprägt von Höhen und Tiefen, künstlerischen Erfolgen, politischen Bedrängnissen und privaten Schicksalsschlägen. Der Modezeichner und Illustrator Gerd Grimm (1911-1998) gilt als einer der herausragenden deutschen Gebrauchsgrafiker des 20sten Jahrhunderts. Er wurde bekannt mit eleganten Entwürfen für Titelbilder moderner Modezeitschriften wie „Die neue Linie“, „Die Dame“ und „Die Frau“. Vor allem war er 23 Jahre lang verantwortlich für die Kampagnen der Zigarettenmarke „Reval“. Sein Auftraggeber, die Badische Tabakmanufaktur, ermöglichte es Gerd Grimm, seine Konzepte für die Plakatwerbung, Aufsteller und weitere Werbeutensilien über diesen ungewöhnlich langen Zeitraum als Alleinunternehmer umzusetzen. Vor den charakteristischen orangefarbenen Hintergrund der Marke setzte Grimm lässig posierende Raucher in legerer Freizeitkleidung. Kunstvoll schlängeln sich weiße Rauchwolken über die kleinen Alltagsszenen. Rauchen galt in den 1970er Jahren noch als schick, cool und gesellschaftlich voll akzeptiert. ...mehr

02.03.2010

„Metallkunst im Umbruch“ – eine feine Ausstellung im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck widmet sich Albert Gustav Bunge und seinem künstlerischen Umfeld

Paradebeispiel eines Kunstunternehmers

Albert Gustav Bunge und Willy Wenz, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1922

An Orten, an denen man es zunächst kaum vermuten mag, finden sich manchmal erstaunliche Entdeckungen. So zeigt derzeit das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck, untergebracht im Schatten der gewaltigen Barockkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters etwas außerhalb der Stadt, eine über zweihundert Objekte vereinende Ausstellung über Albert Gustav Bunge und die Metallkunst der 1920er bis 1950er Jahre. Es gibt damit Einblick in das kunstgewerbliche Schaffen einer Zeit, die sich erst seit wenigen Jahren wieder einer größeren Beliebtheit erfreut. Zugleich leistet die Präsentation einen Beitrag zur regionalen Kunstgeschichte, besaß Bunge doch seit 1925 seinen geschäftlichen wie privaten Hauptsitz im nahegelegenen Emmering. Zuvor hatte sich der 1893 als Sohn eines Goldarbeiters in Rathenow geborene Bunge bereits in München etabliert und 1922 zusammen mit seinem Akademiekollegen Willy Wenz die „Gesellschaft für Gebrauchskunst“ gegründet, die zwei Jahre später mit der Firma „Neues Münchener Kunstgewerbe“ des Goldschmiedes Alois Wörle zusammenging und fortan „Neue Münchener Kunstwerkstätten“ hieß. ...mehr

27.02.2010

Junge Kunst in München: Galerienrundgang durch die Max-Vorstadt

Auf den Fisch gekommen

Gregory Forstner, Selfportrait (The Fall of Icarus), 2009

Unter einem großen, blutroten Himmel am Horizont ein schwarzer Landstreifen, davor eine große Meeresfläche, schwarzrot gefärbt von Sonnenglut und bodenloser Tiefe. Im Vordergrund zwei Füße – das Letzte, was von dem Menschen, der soeben aus der Höhe ins Wasser stürzte, noch zu sehen ist. Es ...mehr

17.02.2010

Aktuell in Münchner Galerien: Marcel van Eedens „Das Weltall verwandelt in einen Sonntagnachmittag“, Malerei von Marcia Hafif und die Installation „Wahnsinn als Wohnzimmer“ von M+M

Positionen und Pigmente

Die Welt des Marcel van Eeden ist ein Mysterium aus Zeichen und Zeichnung. Wie der belgische Maler Luc Tuymans ist auch van Eeden ein Apologet des bereits existierenden Bildes. Dokumente, Fotografien, Zeitschriften, Gemälde Alter Meister sind Ausgangsmaterial seiner Bildkaleidoskope. Sein Konzept: nur Bilder und Texte zu verwenden, die vor seiner Geburt im Jahr 1965 entstanden sind. Aber es geht nicht um Spurensuche. Es geht um die darin schlummernden Fiktionen und um Visionen, es geht um die Metamorphose von existierenden Bildern zu Mosaiksteinen jener van Eedenschen meist schwarzweißen, leicht melancholischen Bilderwelt, denen er durch seinen malerischen, flächig und doch kontrastreich und fein schattierten Zeichnungsstil eine neue Identität und Ausdrucksweise gibt. ...mehr

Der Hamburger Künstler Manfred Holtfrerich in der Bremer Galerie für Gegenwartskunst

Farben, Flächen, Fundobjekte

Der Hamburger Künstler Manfred Holtfrerich, 61, ist ein Perfektionist. Das merkt man sofort beim Betreten seiner aktuellen Ausstellung in der Bremer Galerie für Gegenwartskunst/Barbara Claassen-Schmal. Die vier an Vasen erinnernden Wandobjekte, auf die der Blick des Besuchers gleich im ersten Raum gelenkt wird, sind von der Form her absolut identisch: Ein kurzer schlanker Hals, eine wohlgerundete Oberkörperpartie, die schlanke Taille und der ausladende Bauch geben den Gefäßen eine anthropomorphe, entfernt an die weibliche Anatomie erinnernde Anmutung. Alle vier sind in jeweils drei monochrome farbige Segmente unterteilt. Der Künstler experimentiert hier ebenso mit kräftigen Kontrasten wie mit harmonisch aufeinander abgestimmten Farbtönen. Einmal prallen Hellblau, Pink und Gelb aufeinander. Ein anderes Mal treffen sich Orange, hochglänzendes Schwarz und sanftes Grün auf einem der in den Raum ragenden Objekte. Mal sind die Farben matt, mal so brillant, dass sich Betrachter und Raum darin spiegeln. Die Reihe ließe sich theoretisch endlos fortsetzen. ...mehr

Katharina Grosse bei Rosemarie Schwarzwälder in der Wiener Galerie nächst St. Stephan

Blut baut das Herz

Die Malerin Katharina Grosse ist bekannt für ihre großen, über ganze Räume sich ausbreitenden Wandarbeiten. „Raumbilder“ nennt sie diese Werke und überzieht Wände, Fußböden, Decken, aber auch Aluminiumträger, Styroporkugeln oder Erdhaufen mit leuchtend farbenfroh Gespraytem. Solche schon allein auf Grund ihrer Dimensionen Aufsehen erregenden Arbeiten schuf Katharina Grosse beispielsweise 2005 für das Palais de Tokyo in Paris, 2002/03 für die Kunsthalle zu Kiel oder unlängst für die Temporäre Kunsthalle in Berlin. ...mehr

Massimo Vitali bei Hilger contemporary in Wien

Disturbances of Reality

Es ist nicht das Besondere und Spektakuläre, sondern das Alltägliche, mit dem sich Massimo Vitali in seinen Arbeiten beschäftigt. Der 1944 in Como geborene italienische Fotograf thematisiert die unspektakulären Tätigkeiten, die sich in den domestizierten und kultivierten Zonen von Natur abspielen. Für seine aktuelle Ausstellung bei Hilger contemporary in Wien entschied sich Vitali passend zur Jahreszeit für eine Auswahl von Strandszenerien. Wie ein Bademeister, der um eines besseren Überblicks willen stundenlang auf einer Aussichtsplattform verweilt, hat Vitali von einem erhöhten Podest aus seine italienischen Landsleute und deren österreichische Nachbarn bei ihren mußevollen Tätigkeiten an den Stränden von Viareggio, am Bagni Lido, in Cefalu und am Wolfgangssee fotografiert. ...mehr







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