Geboren am 12. April 1831 in Etterbeck bei Brüssel, gestorben am 4. April 1905 in Ixelles Belgischer Bildhauer und Maler, Hauptmeister der belgischen Bildhauerei des 19. Jahrhunderts
Als jüngster Sohn eines einfachen Beamten im belgischen Etterbeck geboren, lernte Constantin Meunier bei den Bildhauern Louis Jehotte und Charles-Auguste Fraikin. Im Jahre 1853 wandte sich Meunier kurzzeitig der Malerei zu und arbeitete im Atelier von François-Joseph Navez. Zusammen mit Charles De Groux, Félicien Rops und anderen belgischen Avangardisten gründete er im Jahre 1868 die Société Libre des Beaux-Arts in Brüssel.
Entbrannt für die Sache der Arbeiter besuchte Meunier 1878 eine Reihe von Industriegeländen. Er sprach mit den Arbeitern im Walzwerk von Régissa, ging in die Kristallglasfabrik von Val-Saint-Lambert und die Cockerill-Fabrik von Seraing. Zwei Jahre später stellte er erste Bilder aus, in denen er seine Eindrücke schilderte und seine realistische Wirklichkeitsauffassung wiedergab. Als Meunier das Buch „La Belgique“ von Camille Lemonnier illustrierte, reiste er 1881 nochmals, diesmal zusammen mit Xavier Mellery, ins „pays noir“. Im Künstlerzirkel von Brüssel kommentierte Meunier sein Engagement: „Neben Büchern und Gesprächen brauchen diese unglücklichen Arbeiter wirksame Maßnahmen, die sie aus dem Abgrund von Entbehrung und Leiden herausholen, in die sie versunken sind.“
1885,dem Jahr, in dem Emile Zolas „Germinal“ erschien, präsentierte Meunier im Brüsseler „Cercle des XX“ fünf Skulpturen, darunter die realistischen Arbeiterskulpturen „Le Puddleur“ und „Le Débardeur“. 1890 wurde er Mitglied in der neugegründeten Société Nationale des Beaux-Arts. In den Folgejahren (1890-1896) wurden fünf Skulpturen und ein Gemälde Meuniers vom französischen Staat erworben – ein ungewöhnlicher Vorgang, denn Ankäufe von Werken ausländischer Künstler waren in dieser Zeit die Ausnahme. 1887 wurde Meunier zum Professor der Academie Louvain ernannt, ein Amt, das er bis 1896 ausübte.
In die Zeit seiner Akademie-Tätigkeit fiel auch die Arbeit an dem „Monument du Travail“, dem „Denkmal der Arbeit“, das erst 25 Jahre nach seinem Tod in Brüssel eingeweiht werden sollte. Internationale Reputation erlangte Meunier durch die Teilnahme am „Seconde Salon de la Libre Esthétique“ 1895 in Brüssel, die Retrospektive in der Pariser Galerie Bing (1896) und die Teilnahme an der Sezessions-Ausstellung in Wien. Nachdem er bei der Weltausstellung einen weiteren Großen Preis errang, wurde er 1901 zum korrespondierenden Mitglied der Akademie gewählt. 1903 begann Meunier zusammen mit Alexander Charpentier am Zola-Denkmal für Paris zu arbeiten. Auch dieses Werk blieb unvollendet und wurde erst 1924 eingeweiht.
Meuniers Arbeiten und Dokumente werden von dem 1939 gegründeten Musée Meunier in Brüssel verwaltet. Es befindet sich in dem vom Künstler selbst entworfenen Wohnhaus, das er seit 1900 bewohnte.
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